Schule statt Studio

Zehn Jahre ein erfolgreiches Portraitstudio führen – das ist ein toller Erfolg und ein schönes Gefühl! Doch da muss noch mehr gehen. Dieses Gefühl beschlich mich in den letzten Monaten immer mehr und eine latente Unzufriedenheit lies mich nach „Weiterbildung“ und „Fotografie“ googlen.

Der Treffer kam ziemlich überraschend: ein Blog-Eintrag bei fotostudium.eu berichtete über die neue Meisterklasse für Fotografie an der altehrwürdigen Fotoschule an der Pranckhstraße in München , Generationen von Fotografen als Berufsschule bekannt.

Eine Meisterausbildung? Warum eigentlich nicht! All meine fotografischen Fähigkeiten noch mal auf richtig solide Füße zu stellen – der Gedanke reizte mich sofort. Und auch die Aussicht, ein Jahr lang mit Kollegen zu arbeiten, die alle eine fotografische Biografie und entsprechende Kenntnisse haben. Neue Ideen, Inspiration, Erfahrungsaustausch – genau das hatte mir gefehlt.

So ist der Rest der Geschichte schnell erzählt. Nach einem Telefonat mit dem Schulleiter in München war auch klar, es gibt noch mehr so Verrückte wie mich und die Fraktion der 40 bis 60-jährigen in der Klasse ist durchaus ansehnlich. Spannend wurde es dann noch mal, ob ich auch einen Platz in der Klasse bekomme. Mein fast 30-jähriges Berufsleben auf Papier dokumentieren und als dicken Packen nach München schicken, das musste schnell gehen, denn der Anmeldeschluss für die Klasse stand unmittelbar bevor. Aber alles klappte! Schon nach wenigen Tagen kam der ersehnte Anruf aus München!

Wer mehr über die Ausbildung wissen möchte, hier der Informationsflyer. Der Unterricht findet mit 40 Wochenstunden in Vollzeit statt, was mich zur nächsten schwerer Entscheidung brachte. Das Fotostudio in Ingolstadt muss zu machen! Das ist nun wirklich hart, aber anders ist die Ausbildung nicht zu machen. Ich wäre nicht ich, wenn ich hier nicht DEN positiven Aspekt rausarbeiten würde: Ich bekomme die Chance, alle Schrauben zurück zu drehen und das System „Berufstätigkeit“ wieder auf Null zu stellen. Damit wird mir als Fotografin ein neuer Anfang geschenkt, ganz ohne festgefahrene Wege und betriebsblinde Hindernisse.

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ Meister Eckhart (1260 – 1327)

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Sabine,
    man ist ja immer versucht sich irgendwie weiterzuentwickeln doch deine Entscheidung nochmals die Schulbank zu drücken… kann nur sagen „chapeau“ und Respekt !!! Wünsche dir dafür ein großes Durchhaltevermögen und viele neue Blickwinkel und Ideen,
    Bodo, ein ehemaliger Mitbewerber

  2. Liebe Sabine, ich kann mich dem Vor-Kommentar nur anschließen!
    Deine Entscheidung verdient höchsten Respekt – du willst aus deiner Berufung noch mehr machen; Ideen hast du immer sehr gute!
    Ich ziehe meinen (nicht vorhandenen) Hut und wünsche Dir für das kommende Jahr das Durchhaltevermögen und den Spaß, beides hast du sicherlich im Gepäck!
    Zeige denen in München, dass sie die Richtige ausgesucht haben!
    Toi toi toi!

  3. Liebe Sabine,
    das finde ich ja klasse! Das ist supermutig, aber ich kenne das mit der ewigen Unzufriedenheit. Ich habe nur versäumt, aus meinem Hobby Fotografieren überhaupt einen Beruf zu machen 🙁 Keine Ahnung, ob ich mit irgendwas noch den Hintern hochkriege, bevor ich endgültig zu alt bin…

    Liebe Grüße und alles Gute von Ruthie

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